Wiedereinführung des Blum-Bonus

Vorarlberg ist ein Bundesland, das aufgrund der wirtschaftlichen Gegebenheiten stark von hochqualifizierten Fachkräften und somit auch von gut ausgebildeten Lehrlingen abhängig ist.

Im Arbeitsprogramm der Landesregierung wird dem Thema Beschäftigung ein eigenes Kapitel gewidmet. In diesem Kapitel wird festgehalten, dass unser Wohlfahrtsstaat auf Dauer nur aufrecht erhalten werden kann, wenn möglichst viele Menschen beschäftigt sind. Die Reduktion der Arbeitslosigkeit, die Sicherung der Arbeitsplätze und vielversprechende Perspektiven für unsere Jugend haben allesamt eine gemeinsame Grundlage, nämlich Wachstum. Wachstum hängt aber sehr stark von der Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen ab. Darum ist die Anzahl von gut ausgebildeten Fachkräften letztendlich für die gesamte Bevölkerung von großer Bedeutung.

Duale Ausbildung in Österreich ist das ideale Ausbildungssystem für zukünftige Fachkräfte. Festzuhalten gilt es, dass in unseren Augen sich die duale Ausbildung aus der theoretischen Ausbildung in der Schule und der praktischen Ausbildung im Betrieb zusammensetzt. Überbetriebliche Lehrausbildungsstätten sollten nur in Ausnahmefällen als Überganglösung dienen und nicht zur Regel werden.

Die Vorarlberger Wirtschaft ist durch den Mangel an Facharbeitern stark gehandicapt. 60,2 Prozent der befragten Unternehmer im Land beklagen Umsatzeinbußen, weil sie infolge des Fachkräftemangels Aufträge nicht annehmen können. Dadurch gehen den Unternehmen Aufträge in Millionenhöhe verloren. Vorarlberg leidet im Österreich-Vergleich am stärksten unter fehlenden Fachkräften. 78 Prozent fällt es „eher schwer“ und „sehr schwer“, geeignete Fachkräfte zu finden. Fast die Hälfte der Vorarlberger mittelständischen Unternehmen kann derzeit freie Stellen nicht besetzen!

Dazu müssen sofort Veränderungen herbeigeführt werden:

  • Die Wiedereinführung eines betrieblichen Ausbildungsfördersystems ähnlich dem „Blum-Bonus“ welcher in den ersten Jahren dieses Jahrhunderts zu einem Ausbildungsboom geführt hat.
  • Früherkennung und Leitung der „Eignung und Neigung“ aller Jugendlichen in den mittleren Schulstufen.
  • Imageaufwertung durch Bund und Länder, was den abgeschlossenen Lehrberuf anbelangt.
  • Ausbildungskontrolle zur Mitte der Lehrzeit mit einem finanziellen Bonus für Betrieb und Lehrling.
  • Wertschätzung der betrieblichen Lehrausbildung durch Gleichstellung mit schulischen Berufsabschlüssen.

Wir wollen mit der Wiedereinführung des Blum-Bonus und den dadurch entstehenden Anreizen die Anzahl der Lehrstellenplätze in unserm Land wieder deutlich erhöhen. Nur so können wir zukünftig die von der Wirtschaft benötigten Fachkräfte zur Verfügung stellen.

Wir Freiheitlichen wollen in Sachen Lehrlingspolitik nicht irgendwelche Versuche mit ungewissem Ausgang starten. Der Blum-Bonus hat sich schon einmal bewährt.

Wenn wir die Umkehr schaffen wollen, das Sterben der betrieblichen Lehrausbildung, dann müssen wir erkennen, dass es bereits 5 nach 12 ist. Die Wirtschaft schreit nach ausgebildeten Fachkräften und unsere Politik ist nicht in der Lage, diese Anforderungen gegenüber unseren Betrieben zu erfüllen.

Die 177. Vollversammlung der AK-Vorarlberg fordert die Bundesregierung auf, sofort auf diese prekäre Lage zu reagieren und ein Fördermodell wie den oben genannten „Blum-Bonus “ wieder einzuführen.