Datenmarerial Einkommenssituation

ANTRAG 3

Datenmarerial Einkommenssituation

an die 168. Tagung der Vollversammlung der Kammer

für Arbeiter und Angestellte für Wien

Die 168. Tagung der Vollversammlung der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien fordert die Bundesregierung auf, gemeinsam mit der Bundesministerin für Gesundheit und Frauen die entsprechenden Maßnahmen zur Schaffung eines  soliden, vergleichbaren und qualitativ hochwertigen Datenmaterials als Grundlage für eine seriöse Aussage zur Einkommenssituation in Österreich zu setzen.

Begründung:

Die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern, die gerne als „Einkommensschere“ oder „Gender Pay Gap“ bezeichnet werden, haben einerseits unterschiedliche Ursachen. Andererseits fehlt es an einer soliden Datenbasis, um tatsächlich exakte und solide Aussagen treffen zu können.

So werden als Datenquellen der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, die Lohnsteuerstatistik der Finanzverwaltung und die Erhebung des Mikrozensus (Arbeitskräfteerhebung, Verdienststrukturerhebung) durch die Statistik Austria herangezogen.

Die Daten des Hauptverbandes sind durch die Erfassung aller Arbeitnehmer und Angestellten (ausgenommen Lehrlinge sowie geringfügig Beschäftigte und pragmatisierte Beamte), durch die regionale Zuordnung nach Beschäftigungsort, das Fehlen der Einkommen über der Höchstbemessungsgrundlage (2016 waren das 4.860 Euro pro Monat), die Darstellung vom Median des Bruttomonatslohns (inklusive anteiliger Sonderzahlungen) und die Unmöglichkeit der Unterscheidung zwischen Voll- und Teilzeitarbeit charakterisiert.

Die Lohnsteuerstatistik erfasst hingegen eine breitere Personengruppe, die regionale Zuordnung, die Darstellung aller Bruttobezüge gemäß § 25 Einkommensteuergesetz 1988 sowie die Unterscheidung zwischen Voll- und Teilzeit. Bei beiden Datenquellen ist also eine Gliederung nach wichtigen sozialstatistischen Merkmalen wie Qualifikation und Schulbildung nicht möglich.

Im Rahmen der Erhebung des Mikrozensus werden 22.500 Haushalte pro Quartal in Österreich befragt und es gibt international vergleichbare Daten (Eurostat/EU-SILC – „Community Statistics on Income and Living Conditions“). Das Problem dieser Datengrundlage ist, dass es sich um Selbstauskünfte und Stichproben handelt.